App Bitesnap will künstliche Intelligenz nutzen, um euer Essen zu erkennen und Kalorien zu zählen, und es klappt!

Alles ist angeblich künstliche Intelligenz dieser Tage. Das geben auch die Anbieter der App Bitesnap vor, die mit Hilfe von Fotos eure Mahlzeiten analysieren und die Kalorien darin zählen wollen. Doch der Marketing-Schlachtruf hin oder her: Das funktioniert erstaunlich gut.

Kalorienzählen ist nicht so mein Ding. Ich bin der Meinung, dass man damit nicht langfristig abnimmt. Aber na gut: Hin und wieder ist es nicht schlecht, sich über manche Kalorienbomben überhaupt einmal bewusst zu werden. Apps, in die man sein Essen einträgt und das dann die Kalorien für einen zählt, gibt es mittlerweile einige. Manche nutzten früher dafür tatsächlich Menschen, die die Kalorien für euch gezählt haben, sowie – nach meiner Vermutung zumindest – die App MealSnap. Die App Bitesnap will hingegen künstliche Intelligenz dafür benutzen, um Zutaten zu erkennen, die Menge einzuschätzen und die Kalorien zu zählen.

Als ich die Meldung über Bitesnap gerade drüben bei Digital Trends überflog, musste ich müde lächeln. Schon wieder eine App also, die das Buzzwort künstliche Intelligenz überstrapaziert. Zu oft gehört in letzter Zeit. Aber weil ich nichts Besseres zu tun hatte, probierte ich die App einmal aus – und war verblüfft.

Denn Bitesnap funktionierte bei mir. Die App ist auf die USA zugeschnitten, was sich in anfänglichen Fragen über das Gewicht in Pfund und die Höhe in Fuß und Zoll äußert, wenn man der App diese Info geben mag. Aber dann ist die Benutzerführung erstaunlich intuitiv und der Algorithmus überraschend akkurat – sei es nun künstliche Intelligenz oder nicht. Auf einem Bild, das ich hochlud und auf dem von zwei Bageln eigentlich nur einer gut zu erkennen war, schätzte Bitesnap die Zutaten ungefähr richtig. Meinen Grünkohl hielt die App fälschlicherweise für Spinat, aber: geschenkt. Bei meinen Kartoffeln auf dem gleichen Foto vermutete Bitensap richtig, dass sie gebraten statt gekocht waren.

Buzzwort künstliche Intelligenz

Auf einem Bild von mir, das neben zahlreichen anderen Gegenständen auch eine Tasse Milchkaffee enthielt, entdeckte Bitesnap eben diesen Milchkaffee und sonst nichts. Ein wenig muss man der App nach dem Erkennen helfen, aber das geht recht einfach über die Benutzerführung und Vorschläge der App, welcher Art die entdeckten Zutaten sein könnten. Danach zählt Bitesnap die Kalorien für einen Tag zusammen und archiviert die Mahlzeiten samt hochgeladenen Fotos.

Bitesnap: Legt ein Fotojournal eurer Mahlzeiten an, erinnert sich an Dinge, die ihr mal gegessen habt und zählt die Kalorien.
Bitesnap: Legt ein Fotojournal eurer Mahlzeiten an, erinnert sich an Dinge, die ihr mal gegessen habt und zählt die Kalorien.

Ach, was ist nicht alles künstliche Intelligenz! Es wird das Buzzwort des Jahres werden. Macht euch darauf gefasst, dass man euch in diesem und den kommenden Jahren alles Mögliche als nicht mehr nur smartes, sondern lernfähiges Programm mit Maschinenintelligenz verkaufen wird. KI also (künstliche Intelligenz) oder die englischsprachige Entsprechung AI (artificial intelligence).

Aber ganz ehrlich: Wenn das so gut funktioniert wie bei Bitesnap, dann darf sich das nennen, wie es will. Die App macht das ziemlich gut. Fast könnte ich mir vorstellen, ab jetzt Kalorien zu zählen, nur um die App benutzen zu können. Aber so weit werde ich es dann besser doch nicht kommen lassen.

Bitesnap steht derzeit bei Google Play als Beta-Version für Android zur Verfügung. Die iOS-Version ist bislang noch nicht für den deutschen Markt freigegeben.

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