Floating Cities: Schwimmende Städte könnten ab 2019 in Französisch-Polynesien entstehen

Schwimmende Städte als Antwort auf den steigenden Meeresspiegel: Das kalifornische Seasteading Institute will die ersten Floating Cities ab 2019 in Französisch Polynesien aufbauen, vorausgesetzt das Überseegebiet schafft dafür die rechtlichen Voraussetzungen. Tausende Menschen könnten so einer Flucht aus ihrem Heimatland entgehen.

Die Meeresspiegel steigen und die ersten kleineren Inseln im Pazifik sind bereits verschwunden. Eine Antwort darauf könnten tatsächlich schwimmende Städte sein, so genannte Floating Cities. Abgesehen von einem bereits realisierten Pilotprojekt in den Niederladen könnten die ersten davon 2019 in Französisch Polynesien entstehen. Die dortige Regierung hat nun eine Vereinbarung mit dem Seasteading Institute geschlossen, das diese Floating Cities realisieren möchte.

Das Seasteading Institute ist eine Non-Profit-Organisation aus San Francisco, die Floating Cities als eine der Antworten auf den Klimawandel sieht. Durch steigende Meeresspiegel geht vor allem an kleinen Inselstaaten im Pazifik Lebensraum verloren. Die Menschen dort müssten in küstenfernere Orte umziehen oder – wenn das nicht möglich ist – in Länder auf dem Festland flüchten. Dadurch verlieren sie ihre Souveränität und natürlich auch an Lebensqualität.

Landschaften wie auf „normalen“ Inseln auch

Floating Cities könnten zumeist vor der Küste eines Inselstaates (oder auch dem Festland) aufgebaut werden. Möglich, aber auch erheblich teurer wäre sogar der Aufbau mitten auf dem Ozean. In Küstennähe ließe sich der Anschluss zum Festland halten und die Versorgung vereinfachen. Die schwimmenden Inseln selbst bestehen aus Beton. Der Zusammenschluss dutzender bis hunderter dieser trapezförmigen oder quadratisch aufgebauten Inseln würde sie relativ solide an einem Ort belassen. Möglich ist in Küstennähe allerdings auch eine Verankerung im Meeresboden – ähnlich wie eine Bohrinsel.

Floating Cities-Konzept von Simon Nummy
Floating Cities-Konzept von Simon Nummy

Auf den Inseln selbst kann alles erdenkliche errichtet und gepflanzt werden. Konzepte sehen Bungalows ebenso vor wie kleinere Hochhäuser, Palmen, Ferienanlagen oder künstliche Strände. Hersteller der Floating Cities ist die niederländische Konstruktionsfirma DeltaSync. Diese hat bereits am Rotterdamer Rheinhafen einen Prototypen einer Floating City aufgebaut und in Studien nachgewiesen, dass selbst 15-stöckige Gebäude auf einer Floating City einem Hurricane widerstehen könnten.

Wie viele Menschen auf solchen Floating Cities angesiedelt werden können? Das Seasteading Institute hofft ingesamt auf hunderttausende. DeltaSync rechnet vor, dass auf einem Zusammenschluss von 16 Inseln mit einer Seitenlänge von je 60 Metern ungefähr 4.000 Menschen dauerhaft (also unter guten Wohnbedingungen) untergebracht werden können. Ein Zusammenschluss von mehreren hundert solcher Inseln ist möglich. Durch alternative Energiegewinnung sollen sie sogar verhältnismäßig autark bewirtschaftet werden können.

Einen Nachteil haben Floating Cities allerdings, wie auch das Seasteading Institute in einem Konzeptvideo vorrechnet: sie sind teuer. Ein Quadratmeter Insel würde in etwa so viel kosten wie ein Quadratmeter in Lower Manhattan New York. Aber was, wenn es keine Alternative gibt? Dann würde eine Floating City immer noch mehr Lebensqualität bieten als ein Flüchtlingslager.

Bildquelle: Seasteading Institute/DeltaSync. Quelle: Abc.net.au via Inhabitat und Trendsderzukunft.de

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