Panasonic Megahonyaku: Megafon übersetzt in mehrere Sprachen

Ein Traum wird wahr: Das Megafon "Megahonyaku" von Panasonic übersetzt die Worte des Benutzers in mehrere Sprachen. Klingt genial, ist allerdings was langsam und bislang noch auf wenige Sprachen und Wörter beschränkt.

Wenn man einer Sache in wenigen Jahren den endgültigen Durchbruch zutraut, dann ist das Spracherkennung und Übersetzung. Sprachassistenten wie Amazon Alexa, Siri und Google Assistant erkennen schon die Befehle eines beliebigen Nutzers und sie sind lernfähig. Die Telefonsoftware Skype beherrscht das Simultan-Übersetzen erster Sprachen. Noch ist das alles aber nicht massentauglich. Ebenso wenig leider wie das schlaue Megafon Panasonic Megahonyaku.

Dennoch greifen nicht wenige Online-Magazine interessiert diese Erfindung auf, von der wohl zuerst die „Japan Times“ berichtet hat. Das Panasonic Megahonyaku lauscht einem Sprecher, gibt die Worte lauter wieder aus (ein Megafon eben), übersetzt die Anweisung dann allerdings auch in andere Sprachen. Wie das funktioniert, zeigt dieses Herstellervideo von Panasonic noch aus dem vergangenen April:

Einmal eingesprochen, dauert es einen kurzen Moment, bis die Technik die Sprache und Anweisung erkannt und übersetzt hat. Laut Panasonic kann das Gerät derzeit drei Sprachen ausgeben. Im Video spricht die Testperson einen Satz auf Japanisch ein und das Megahonyaku gibt diese zusätzlich auf Englisch, Chinesisch und Koreanisch aus. Ideal wäre so etwas in einem Katastrophenfall, wo man davon ausgehen kann, dass nicht nur Einheimische Informationen benötigen, sondern auch Touristen oder Zugereiste.

Laut Japan Times beherrscht das System derzeit 300 gängige Floskeln, die von Sicherheitskräften benutzt werden. Laufende Updates sollen das Spektrum erweitern. Das Gerät selbst ist seit Dezember 2016 auf dem Markt und soll im Rahmen eines Drei-Jahres-Vertrags monatlich knapp 200 Euro für entsprechende Einsatzkräfte kosten. Für den Privatmarkt ist es nicht vorgesehen. Panasonic hofft dennoch, im Jahr 2017 mindestens 10.000 Megahonyakus abzusetzen.

Die Symbole oben rechts dürften Smartphone-Benutzern bekannt vorkommen. Das Panasonic Megahonyaku ist auch nicht mehr als ein Megafon mit integriertem Smartphone.
Die Symbole oben rechts dürften Smartphone-Benutzern bekannt vorkommen. Das Panasonic Megahonyaku ist auch nicht mehr als ein Megafon mit integriertem Smartphone.

Schaut man einmal genauer hin, dann ist das Megahonyaku eigentlich nicht viel mehr als ein Megafon mit aufgepflanztem Smartphone. Darauf deuten einzelne Symbole im Display hin. Ich vermute eine App, die mit einem Android-System arbeitet. Revolutionär ist das Ganze also nicht, aber doch ein auf den Anwendungsfall klug zugeschnittenes Produkt.

Für mein Verständnis kommt das Ganze noch etwas zu behäbig daher. Aber hey, wir schreiben das Jahr 2017, die Sache mit der Spracherkennung und Simultanübersetzung steckt noch in den Kinderschuhen. Geben wir dem Ganzen noch ein paar Jahre und wir werden Erstaunliches sehen. Ganz bestimmt.

via Technology Review, Bilder: Panasonic

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