Piaggio Gita: Kleiner Lieferroboter folgt euch überall hin

Auf den Piaggio Gita macht sich der Beobachter zunächst keinen Reim. Was ist das, ein Lieferroboter, ein fahrender Schrank oder Koffer? Und was kann man damit anstellen? Wenn der Groschen fällt, kommen einem plötzlich hunderte Ideen dafür und man fragt sich, wie man noch ohne auskommen soll.

Kollege Anton Waldt von Engadget nennt den Piaggio Gita den „selbstfahrenden Bollerwagen“ und der Vergleich ist so abwegig nicht. Denn was der italienische Zweiradhersteller Piaggio hier vorgestellt hat, ist eigentlich nur eine kleine Lagerfläche, die von selbst fährt und dem Nutzer auf Schritt und Tritt folgt.

Kein Bier, aber Wein

Die Informationen sind bisher noch etwas spärlich. Gita stammt eigentlich von der neu gegründeten Robotik-Einheit Piaggio Fast Forward, die – wie sich das für traditionelle europäische Hersteller mittlerweile wohl gehört – in den USA sitzt, in Boston um genau zu sein. Das kleine Gefährt achtet auf einen weißen Gürtel des Trägers und folgt diesem, wohin er auch geht mit einer stolzen Maximalgeschwindigkeit von 35 km/h. Dabei ist Gita 66 cm hoch und kann bis zu 18 Kilogramm schleppen. Wie groß das Innenvolumen genau ist, teilt Piaggio leider nicht mit. Dieses Bild aber gibt ein wenig Aufschluss und zeigt auch, warum der Begriff Bollerwagen wirklich nahe liegt:

Der moderne Bollerwagen: Gita eignet sich auch für Getränke, auch wenn eine Kiste Bier dort wohl nicht ganz hineinpasst.
Der moderne Bollerwagen: Gita eignet sich auch für Getränke, auch wenn eine Kiste Bier dort wohl nicht ganz hineinpasst.

Wobei ich vermute, dass eine Kiste Bier hier schon nicht ganz reinpasst, was schade ist. Für kleinere Einkäufe allerdings dürfte es reichen. Weitere Infos, die uns noch fehlen, sind die Leistungsfähigkeit und die Ausdauer des Akkus. Piaggio will die Informationen aber in Kürze nachliefern. Dieses Video soll wohl aus Sicht des Gita gedreht worden sein:

Mich erinnert Gita ein wenig an den selbst reisenden Koffer Bag2Go, den Airbus, T-Systems und Rimowa vor ein paar Jahren vorgestellt haben. Aber das trifft es nicht so ganz. Gita könnte sich hingegegen wunderbar eignen, um schon einmal die Lebensmittel nach Hause zu schaffen, die man im Supermarkt erwirbt. Denn wiederkehrende Strecken kann das kleine Gefährt auch alleine zurücklegen.

Bei Einkauf, Sport und Spiel

So könnte sich Gita auch optimal für den Online-Lebensmittelhandel eignen. Ihr trefft die Auswahl online beim Supermarkt eurer Wahl und dieser schickt eine Gita mit dem Inhalt zu euch nach Hause. Perfekt wäre der kleine Roboter natürlich auch für ausgedehnte Shopping-Touren. Und ich persönlich könnte mir dank der hohen Geschwindigkeit des kleinen Helfers auch vorstellen, dass mich Gita beim Sport begleitet. Nach zehn Kilometern Laufen wäre da jemand, der einem Erfrischungen reicht, egal, wo man gerade ist. Genial!

Für eine größere oder robustere Zukunftsversion – Gina Offroad – wäre dann natürlich auch noch Bedarf. Statt einen schweren Trekking-Rucksack zu tragen, schleppt Gita euer Proviant bei einer anspruchsvollen Wanderung oder beim nächsten Festival. Ja, ich mag die Idee und ich würde Gita gerne einmal live ausprobieren. Und ihr?

Bilder: Businesswire/Piaggio

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