SafeShorts: Sporthose mit Sicherheitssystem soll Frauen besser vor Übergriffen schützen

SafeShorts sind Sporthosen, die Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen sollen. Gesichert mit einer Art Vorhängeschloss lassen sie sich nicht herunterreißen und auch nicht zerschneiden. Die Erfinderin möchte, dass sich Joggerinnen dadurch ein bisschen sicherer fühlen.

Der Hintergrund dieser Innovation ist ein trauriger: Täglich werden weltweit Frauen Opfer von Übergriffen, auch in Deutschland. Selbst Sportlerinnen sind davor nicht sicher. So berichtet Unternehmerin Sandra Seilz, die Erfinderin der SafeShorts, von einer eigenen schlechten Erfahrung, die sie erst auf die Idee gebracht habe. Sie wurde beim Joggen im Wald „am helllichten Tag“ von drei alkoholisierten Männern belästigt. Nur mit Hilfe eines zufällig vorbeikommenden Spaziergängers mit Hund konnte sie den Angriff abwehren. Aber das, so sagte sie sich, sollte ihr nie wieder passieren.

Geboren war die Idee für die SafeShorts, neuartigen Laufhosen für Frauen mit einigen eingebauten Tricks. Zum einen verfügen die SafeShorts über einen Seilzug mit Befestigung und Vorhängeschloss – kein Witz. Die Schnüre sollen zum einen dafür sorgen, dass ein Angreifer die Hose praktisch nicht herunterreißen kann. Ein eingebauter Sensor gibt zum anderen ein akustisches Signal mit 130 Dezibel Lautstärke ab, wenn jemand an den Schnüren zerrt. Das schreckt Angreifer ab und macht eventuell Umstehende auf den Vorfall aufmerksam.

Reiß- und schneidfest und mit 130-Dezibel-Alarm

Die Schnüre sollen außerdem reiß- und schneidfest sein, ebenso wie das Material der Hose. Ein weicher, flexibler Protektor im Schritt soll im Notfall ebenfalls schützen. Ganz nebenbei sollen die eng anliegenden Hosen natürlich auch noch gut geeignet für den Sport sein. Sie sind laut Anbieterseite „atmungsaktiv, hygienisch, weich & anschmiegsam“ und außerdem bei 30 Grad in der Maschine waschbar.

Schneid- und reißfeste Schnüre sollen dafür sorgen, dass sich die SafeShorts nicht herunterreißen lassen.
Schneid- und reißfeste Schnüre sollen dafür sorgen, dass sich die SafeShorts nicht herunterreißen lassen.

Kritiken der SafeShorts sind durchaus nicht nur wohlwollend. Im aktuellen „Spiegel“ suggeriert der Interviewpartner der Erfinderin, dass eine solche Hose zur allgemeinen Hysterie beitragen könne. Steige dadurch nicht auch die Gefahr von Unfällen? Immerhin könnte es ja passieren, dass der 130 Dezibel laute Alarm (vergleichbar mit dem Start eines Düsenjets) versehentlich losgeht. Ich würde eher kritisieren, dass die Hose auf mich nicht sonderlich modisch wirkt (Geschmackssache, okay). Vor allem aber halte ich die Konstruktion mit einem echten Vorhängeschloss für wenig praktisch. So ein Schloss kann nach ein paar Kilometern beim Laufen arg stören.

SafeShorts alleine reichen nicht

Zu allen anderen Kritikpunkten sage ich: Was will man denn machen? Es ist ja nicht zu leugnen, dass Übergriffe auf Frauen zugenommen haben und auch Sportlerinnen davon betroffen sind. Wenn die Straßen nun einmal nicht sicher sind – was bleibt einem da Anderes übrig, als zu Mitteln wie den SafeShorts zu greifen? Dass es damit alleine nicht getan ist, sollte klar sein. Im Flyer der SafeShorts heißt es auch:

„Sei achtsam, absolviere einen Selbstverteidigungskurs, trage eine Safe Shorts und fühle dich ein Stück sicherer in dieser Welt!“

Mit einem Paar SafeShorts alleine ist es also nicht getan, schreiben auch die Erfinder. Schade, dass es überhaupt so weit kommen musste.

Bilder: SafeShorts.eu

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